Über diese Seite

Auf dieser Seite geht es darum, die Erfahrungen geplagter privater Bauherren anderen mitzuteilen und damit dazu beitragen, dass andere in Zukunft weniger Probleme haben.
Beginnen werden wir mit unseren eigenen Erfahrungen. Geschildert werden die Ereignisse in chronologischer Reihenfolge, von der Planung, der Entstehung von Zusatzkosten, über die ersten Mängel bis hin zum Supergau: 4-6 cm Wasser unter dem fertig verlegten Estrich im Keller.


Fertig verlegter Estrich, den wir selbst aufgestemmt haben um festzustellen, dass darunter das Wasser steht.

Planungsphase

Eine Fertigteilfirma erhielt den Auftrag ein - bis auf die Haustechnik und die Elektrik - belagsfertiges Haus zu erstellen: Designplanung, Detailplanung, Einreichplanung, Ausführungsplanung, Keller, Erdgeschloss, Obergeschoss, Dach, Estrich, Außenputz. Die Innenmalerarbeiten sowie der Aushub ("Baggerfahrer") waren nicht Teil der Leistungen.
Ein für uns wichtiges Thema war bereits am Beginn der Gespräche die Drainage rund um das Haus. Unser Haus steht auf einem reinen Lehmboden, auf dem das Regenwasser fast gar nicht versickert. Die Baufirma hat gemeint, dass die Drainage vom Baggerfahrer verlegt werde. Ebenso würden von diesem die Dachrinnen an den Regenwasserkanal und das Kanalrohr an den Abwasserkanal angeschlossen. Was wir damals noch nicht wussten: Der planende Ingenieur (= Baufirma) ist für die korrekte Detailplanung der Drainage und der Kanalanschlüsse zuständig. Der Baggerfahrer ist kein Bauunternehmen und muss daher auch nicht wissen, wie man im Detail welche Drainage verlegt. Dieser Punkt sollte später noch gravierende Auswirkungen haben. Zusammenfassend kann man sagen, dass der Kunde eigentlich ein zweites Bauunternehmen beauftragen muss, das eine korrekte Drainage und Kanalanschlüsse herstellt.

Kostenpflichige Ergänzungen zum Angebot während der Detailplanungsphase

Nachdem wir den Vertrag unterschrieben hatten, gingen wir in die Detailplanungsphase, während derer folgende Zusatzkosten auf uns zukamen:

Die Bauphase

In der Bauphase hat es teilweise stark geregnet, wodurch sich im Fertigteilkeller Wasser gesammelt hatte. Das Wasser blieb im Keller, auch nachdem das Erdgeschoss und das Obergeschoss bereits erreichtet waren. Baufachleute wiesen mich darauf hin, dass es nicht gut ist, wenn das Wasser zu lange steht, weil die Feuchte trotz der Vollbetonwände sich doch ein wenig in das Bauwerk zieht. Laut Baufirma ist das aber kein Problem. Als ich gebeten habe, das Wasser umgehend zu entfernen, erfuhr ich, dass das Sache des Bauherrn (= des Kunden) sei. Aber man wolle mir einen halben Tag zur Verfügung stellen, an dem die Arbeiter vorort das Wasser entfernen. Mein Vater (75 Jahre alt) war an diesem Tag auf der Baustelle und sah, dass ein einzelner Arbeiter versuchte, mit einer Schaufel das Wasser aus dem Keller zu entfernen. Mein Vater hat sich daraufhin - leider ohne mein Wissen- angeboten, das Wasser selbst mit einem geborgten Kärcher zu entfernen. Der Bitte wurde nachgegeben. So stand mein Vater mit Kabeltrommel und Kärcher im nassen Keller.

Die Problemphase

Wärmedämmung
Die Problemphase begann damit, dass wir bei einer Hausbegehung bemerkten, dass die Wärmedämmplatten im Sockelbereich und im Balkonbereich sehr unsauber und nicht der Norm entsprechend verlegt waren. Es waren z.B. große Fugen zwischen den Platten. Meine Bitte an die Baufirma - Entfernung der Platten - wurde zunächst abgelehnt. Dann wurde uns angeboten, die Fugen auszuschäumen (was bei so großen Fugen auch nicht normgemäß ist). Erst nachdem wir einen Sachverständigen eingeschaltet und einen Baustellentermin mit dem Chef-Bauleiter organisiert hatten, stimmte die Baufirma einer Sanierung zu.


Falsch/schlampig verlegte Wärmedämmplatten

Außenkellerabdichtung
Im Rahmen der Diskussion der fachgerechten Verarbeitung des Hauses ist uns anhand von vielen Fotos und eines Videofilms aufgefallen, dass die Außenkellerabdichtung nach keiner aktuellen Norm verlegt wurde. In der ÖNORM gibt es diese Art der Abdichtung nicht, sondern nur in der deutschen (DIN) Norm. Allerdings schreiben die DIN sowie alle maßgeblichen Fachverbände eine aufwendigere Verarbeitung vor. Auf dieses Thema hin angesprochen, meinte die Baufirma, dass sie es auf ein Gutachten unseres Sachverständigen ankommen lassen und dann ein Gegengutachten bringen würde.
Weiters konnten wir anhand von Fotos erkennen, dass zwischen Bodenplatte und Kellerwänden kein so genanntes Fugenband (Schutz gegen eindringendes Wasser) verlegt worden war.

Fenster
Neben einem Kellerfenster befand sich ein fast fingerdickes Loch, durch das man ins Freie greifen konnte.

Bausteher im Keller vergessen
Am Abend (20:00) bevor der Estrich verlegt werden sollte, sahen wir, dass sich im Keller noch die Stützen (Bausteher) für die Abstützung einer provisorischen Holz-Plattform befanden. Rund um die Bausteher war bereits feinsäuberlich der Fußbodenaufbau vorbereitet (Iso-Schüttung und Polystyrolplatten). D.h. dass sie am nächsten Morgen in den Estrich eingegossen worden wären. Zusätzlich waren im Randbereich sehr viele "Abfallstücke" (Verschnittstücke) eingearbeitet, statt dass ganze Platten besser zugeschnitten und eingepasst wurden. Gleich am Morgen haben wir die Baufirma informiert. Die Bausteher wurden entfernt und die Ploystyrolplatten wurden ausgetauscht.


Vergessene Bausteher

Elektrozuleitungen im Haustürstock und 3cm Schlitz unter der Haustüre
Ebenfalls zu diesem Zeitpunkt ist uns aufgefallen, dass die Elektrozuleitung zum Haus unter der Türe (im Haustürstock) durchgeführt wurden. Ein Bauexperte hat uns darauf hingewiesen, dass das natürlich für die Wärmedämmung und die Wasserdichtheit ganz schlecht ist. Der Elektriker wurde zwar von uns direkt beauftragt, ist allerdings ein langjähriger Partner der Baufirma. Diese zog sich darauf zurück, dass der Elektriker die Durchführung nicht korrekt eingeplant hätte und ihn somit die Schuld trifft. Der Sachverständige hat aber klargestellt, dass die Planung der Hauszuleitungen Verantwortung der Baufirm ist. Sie hätte zumindest die Warn- und Hinweispflicht, dass die Leitungen falsch oder gar nicht eingeplant sind.


Elektroleitung im Haustürstock und zusätzlich klafft ein 3cm Schlitz unter der Haustüre

Drainage
Der letzte Punkt zu diesem Zeitpunkt war die Drainage. Durch den Sachverständigen sind wir draufgekommen, dass die Drainage nicht fachgerecht (ÖNORM) verlegt wurde. Die Planung der Drainage liegt aber, wie oben schon beschrieben, bei der planenden Baufirma. Die Baufirma zog sich darauf zurück, dass unsere Kellerabdichtung auch ohne Drainage funktioniert.

Zusammenfassend kann man sagen, dass wir als Laien laufend selber am Bau die Qualitätssicherung durchführen mussten. Und das, obwohl wir von Anfang an gesagt hatten, dass wir selber eigentlich keine Zeit haben, laufend am Bau zu sein und uns deshalb für eine Baufirma entschieden haben, die schon sehr viele Fertigteilhäuser gebaut hatte.

Der Supergau: Wasser unter dem fertig verlegten Estrich

Ca. eine Woche nach der Einbringung des Estrichs begannen starke Regenfälle. Zur gleichen Zeit zeigten sich in fast allen Kellerräumen im Außenbereich am unteren Rand feuchte Flecken. Das war für uns natürlich ein Alarmzeichen. Doch die Baufirma beruhigte: Das sei nur "Sommerkondensat", sprich warme Luft, die in den Keller einströmt und dort kondensiert. Laut Sachverständigen war die Kondensat-Theorie aber nicht stichhaltig.


Feuchtigkeit im Keller, laut Baufirma "Sommerkondensat"

Weiters wäre laut Baufirma eine korrekte Lüftung ganz wichtig. Wir wiesen die Firma darauf hin, dass bis zur Abnahme des Hauses die Firma für die Lüftung zuständig ist, weil wir nicht 3x pro Tag auf der Baustelle stehen können. Diese Sichtweise wurde auch durch den Sachverständigen geteilt. Die Antwort der Baufirma: Der von uns beauftragte Heizungstechniker hat ja bereits im Haus gearbeitet und das wäre sozusagen schon eine Abnahme. Bezüglich der Ursachenforschung hat die Baufirma 2 Wochen lang nichts unternommen. Wir selbst waren regelmäßig auf der Baustelle und haben den Feuchtigkeitsstand dokumentiert. Wir baten auch die Firma, Messungen durchzuführen, aber die Antwort war nur: "Bei Sommerkondensat braucht man keine Messungen durchführen". Nach zwei Wochen wurde es mir zu viel und ich habe im Keller einen Teil des Estrichs aufgestemmt. Darunter standen 4-6 cm Wasser.


Das vermeintliche Sommerkondensat: 4 - 6 cm Wasser unter dem Estrich

Also hatten wir eine Art Supergau für das Haus. Kurz darauf gab es einen Termin mit der Geschäftsführung der Baufirma und der Abdichtungsfirma (Subunternehmer). Eine Einsicht oder ein Bedauern, dass wir als Laien die Qualitätssicherung durchgeführt hatten und Probleme laufend abgestritten worden waren, gab es nicht.

Aufgrund der entstehenden Verzögerungen und der damit verbundenen Kosten haben wir einen Anwalt eingeschaltet.

Die Sanierungsphase

Zunächst einmal wäre unser Wunsch gewesen, die Sanierung von einer anderen Firma durchführen zu lassen, da die gesamte Vorgeschichte und das Verhalten unserer Baufirma nicht darauf schließen hätte lassen, dass sie es beim zweiten Mal besser machen würde oder die Kompetenz dazu hätte. Leider muss man nach geltendem Recht einer Firma die Möglichkeit zur Behebung des Schadens geben, egal, wie sehr sie zuvor die Fehler begangen und bestritten hatte. Als Sanierung hätte die Baufirma und deren Abdichtungsfirma vorgeschlagen, eventuell noch einmal mit dem gleichen Verfahren über die offensichtliche fehlerhafte Abdichtung drüberzuarbeiten. Das Argument war, dass das Verfahren ja an sich OK wäre und eine fehlerhafte Verarbeitung ja nicht bedeute, dass es immer fehlerhaft sein müsse. Es bedurfte einiger Überzeugungsarbeit des langjährigen Sachverständigen für Abdichtungsarbeiten, damit die Baufirma schlussendlich einsah, dass man besser nicht über eine fehlerhafte Abdichtung drüberarbeitet, sondern diese entfernt und neu aufbringt. Als Sanierung des nassen Kellers und der komplett durchnässten Iso-Schüttung unter dem Estrich war die Baufirma zunächst der Meinung, dass man diese ja trocknen könnte (so wie bei Sanierungen von bestehenden Bauwerken, in die Wasser eindringt). Allerdings haben wir ein neues Haus gebaut und wollten daher auch keine Altbausanierung. Auch hier musste der Sachverständige lange diskutieren, bis sich die Baufirma bereit erklärte, den Estrich zu entfernen und neu einzubringen. Aufgrund des nun komplett mangelnden Vertrauens haben wir darauf bestanden, dass die Sanierung des Kellers von einem Sachverständigen überwacht wird. Dies wurde auch in einer Besprechung vor Zeugen vereinbart und in einem Besprechungsprotokoll festgehalten. (Später konnte sich die Baufirma nicht mehr in dieser Form daran erinnern, siehe weiter unten.)

Zur Entfernung und Neuisolierung des Kellers musste das gesamte Haus neu ausgebaggert werden. Dadurch wurde erst deutlich, wie viele Baumängel sich noch verbargen, aber offensichtlich einfach "zugeschüttet" (das Wort "vertuscht" dürfen wir an dieser Stelle nicht verwenden) worden waren:

Wärmedämmung Keller
Seit dem allerersten SV-Termin wurde seitens der Baufirma und der Abdichtungsfirma behauptet, dass die Wärmedämmung im Keller fachgerecht verlegt sei (nur jene im Sockelbereich wäre fehlerhaft). Tatsächlich hat sich aber herausgestellt, dass die Wärmedämmung im Keller nicht fachgerecht verlegt worden war: Es gab große Fugen, z.T. geschäumt, z.T. nicht. (Schäumen ist nur bis 2 bzw. bis 4 mm zulässig). Bereits Monate zuvor hatten wir aber ein Foto vorgelegt, dass deutlich eine Fuge im Kellerbereich zeigt. Die Baufirma hatte das ignoriert. Weiters wurde seit diesem Termin von der Baufirma behauptet, dass die Dämmplatten auf der Bodenplatte aufsitzen, um das - bei unserer Art der Abdichtung bekannte - Entstehen von Rissen durch Abrutschen der Platten zu verhindern. Tatsächlich klaffte aber eine Lücke, die z.T. geschäumt wurde (Schaum ist kein geeignetes Mittel um Abrutschen zu verhindern), z.T. sind sogar Steine in die Lücke gerutscht. Das bedeutet, dass die Abdichtung im Laufe von Monaten oder Jahren ohnehin zu großen Problemen geführt hätte. Die Dämmplatten waren auch nicht vollflächig verklebt, obwohl das Haus in einem reinen Lehmboden steht und sich das Wasser offensichtlich bis über die Bodenplatte staut.

Lichtschächte
Die Lichtschächte waren nicht ordentlich montiert worden. Beim Ausbaggern ist deutlich geworden, dass sie tw. nur an zwei Stellen verschraubt waren und teilweise die Schrauben überhaupt schon aus der Wand gefallen waren. Das Ganze war insofern unverständlich, da wir die falsch montierten Lichtschächte per Mail schon am Beginn der Bauphase mit Fotos dokumentiert hatten.

Punktfundamente für Terrasse und Traufenpflaster
Die Punktfundamte wurden teilweise nicht in ihrer Fundamentplatte bewehrt, sondern waren einfach nur mit Mörtel/Zement auf dieser fixiert.

Kellerfenster
Die Kellerfenster auf einer Seite des Hauses waren im oberen Bereich nicht einmal verputzt, sondern nur ausgeschäumt worden. Man fragt sich, was hier die Intention war. Dass es der Bauherr nicht mehr sieht, nachdem die Lichtschächte montiert worden sind? Bei einer Baustellenbesprechung Monate zuvor hatte der Chef-Bauleiter bestätigt, dass alle Fenster nach ÖNORM B 5320 eingebaut worden waren. Das war aber offensichtlich nicht die Wahrheit. Besagter Chef-Bauleiter hatte auch eine schriftliche Bestätigung versprochen. Tatsächlich ist aber bisher nur eine allgemeine Bestätigung der Fensterfirma gekommen, dass die Produkte prinzipiell für B 5320 geeignet seien. Alles in allem ließ sich auch nach dieser Phase zusammenfassen: Es gab wesentlich mehr Mängel als von der Baufirma zugegeben worden waren. Im Gegenteil: Bestimmte Mängel wurden einfach im wahrsten Sinne des Wortes zugeschüttet. Und wieder keine Spur von Qualitätssicherung. Weitere kleine Mängel (wie z.B. eine verbogene Glasleiste im Schlafzimmerfenster) bestehen bis heute noch, obwohl sie bereits vor Monaten mittels Fotodokumentation an die Baufirma gesendet worden waren.

Die Diskussionsphase

In der bisher letzten Phase dieser fast unendlichen Geschichte übermittelten wir der Baufirma eine Aufstellung von Kosten, die uns durch die Schäden bzw. die Folgen entstanden waren:

Das ergibt in Summe ca. € 28.000,-- Der einzig möglicherweise diskussionswürdige Punkt ist der Außenteil der Wärmepumpe, da wir diese direkt beim Haustechniker bestellt hatten. Andererseits obliegt die Planung und die Hinweispflicht der Baufirma, die uns in keinster Weise darauf hingewiesen hatte, dass der Außenteil die Frontseite unseres Hauses dermaßen verunstalten würde.

Bei der bisher letzten Besprechung mit dem Chef-Bauleiter der Baufirma, hat uns dieser (in Kurzform) folgendes mitgeteilt:

In der gesamten Diskussion gab es auch - wieder - keinerlei Bedauern oder Entgegenkommen seitens der Baufirma.



 

 

 

Fragen? admin@pfuschambau.at